Die berühmte französische Kristallhütte Daum wurde im Jahr 1878 gegründet, als Jean Daum, ein Anwalt ohne Erfahrung in der Glaskunst, die Sainte-Catherine-Glashütte in Nancy als Bezahlung für eine ausstehende Schuld übernahm. Seine beiden Söhne wurden bald Geschäftspartner: August im Jahr 1879 und Antonin im Jahr 1887. Dank dem Management von August und Antonin als Kreativtalent hat das Unternehmen eine neue wirtschaftliche und künstlerische Dimension angenommen – von der Produktion vom einfachen Geschirr und Trinkgläser zu renommierten und begehrten dekorativen Stücken der Glaskunst. Es gab vier große Epochen in der Manufaktur Daum, nämlich Art Nouveau, Art Deco, Crystal und Nouveau Pate-de-verre. Jeder Stilwechsel fiel mit der Übernahme der Manufaktur durch eine neue Generation der Familie Daum zusammen und hielt das Unternehmen auf dem Laufenden über den aktuellen Geschmack und Mode. 

Die Weltausstellung von 1889 und Objekte, die vom Art Nouveau Meister Emanuel Gallé ausgestellt wurden, der damals in Nancy arbeitete, inspirierten Brüder Daum dazu, farbiges Glas in einem naturalistischen Stil zu schaffen, der dem von Gallé sehr ähnlich ist. Das Team kreierte Stücke mit japanischer Inspiration und verwendeten asymmetrische, organische Formen mit subtilen Farben.

Die Manufaktur hat auch neu entwickelte Techniken in ihre Produktion integriert. "Cameo", oder Overlay-Glas, war eine dieser neuen Techniken und beinhaltete Deckglas mit einer oder zwei Schichten einer anderen Farbe und Gravur des Designs auf der Oberfläche. Eine andere Technik, "pâte de verre“, zurückgehend auf die alten Ägypter, wurde wiederbelebt und weiterentwickelt und bedeutet Wörtlich übersetzt „Paste aus Glas “. Feine Glasgranulate werden zu einer Paste geformt, oder einzeln auf der Oberfläche einer Form aufgetragen. Diese Technik erlaubt selbst punktgenaues Herausarbeiten anspruchsvoller Glaskunst, deren besonderer Reiz darin besteht, dass sie nicht sofort als Objekt aus Glas zu erkennen ist. Dadurch sieht Kristallglas eher nach einem Stein aus, welcher durchsichtig und leuchtend ist.

 

Charles Schneider entwarf und entwickelte für Daum "intercalaires", oder Einschlüsse von farbigen Flecken und Streifen zwischen zwei Glasschichten. Daum patentierte diese Technik im Jahr 1899.

Um 1893 wurden die Daums Lampen, durch Kunstwerke von Emile Gallé inspiriert, als geätzte Schichten von Cameo Glas hergestellt. Diese Lampen-Blumen, ausgestellt auf der 1900 International Exposition, wurden von den Kritikern gefeiert und etablierten das Unternehmen als Innovatoren auf dem Kunstglasmarkt.

Der nach dem 1. Weltkrieg entstandene Glas Stil hatte den Einfluss von Maurice Marinot. Die Formen wurden formeller und die Glaswände dicker, um durch die verschiedenen Oberflächenbehandlungen des Glases interessante Lichteffekte zu vermitteln. Häufig wurden in das Glas Sprenkel aus Silber oder Gold eingemischt, die das Licht reflektierten und einen subtilen Glanz hin fügten.

1965 wurde die Manufaktur durch eine andere Generation von Daum's übernommen. Sie luden eine Reihe berühmter Bildhauer, Designer und Glaskünstler ein, um spezielle limitierte Editionen für das Unternehmen zu entwerfen. Salvador Dali war der erste, Cesar der zweite, und die Serie war ein herausragender Erfolg.

Später arbeitete Daum mit Hunderten von Künstlern und Designern wie Arman, Hilton McConnico, Richard Texier, Emilio Robba und Philippe Druillet.

Daums Kristallglas bleibt bei den Kunstsammlern sehr beliebt. Eine Daum Overlay-Glaslampe, die in Zusammenarbeit mit dem Bronzemacher Louis Majorelle hergestellt wurde, brachte bei Sotheby's New York in einer Auktion im Jahre 1989 1,76 Millionen Dollar ein.

Das Unternehmen ist heute äußerst erfolgreich und operiert seit 1962 als Aktiengesellschaft unter dem Namen Cristallerie Daum. Sie macht alle Arten von Figuren in "pate-de-verre" und Kristallglas, sowie ihr hochwertiges Geschirr.