Wiebke, Sie sind Profi in der Porzellanwelt und natürlich möchten wir Ihnen dazu viele Fragen stellen. Erzählen Sie bitte, welche Tendenzen Porzellanmarkt heutzutage hat und wie sich die Situation in den letzten 20 Jahren geändert hat.

Eine wichtige Tendenz, die wir gesehen haben- dass Hering Berlin auf dem Markt ein Trendsetter ist. Seitdem versuchen viele Firmen Biskuitporzellan funktionstüchtig herzustellen.

Hering Berlin kam mit seiner Geschirrkollektion 2005 auf den Markt, zeitgleich mit Sieger by Fürstenberg. Dass zwei Marken parallel und unabhängig voneinander das Thema Manufakturporzellan in 21. Jahrhundert bringen, hat um mehr Aufmerksamkeit für Manufakturporzellan überhaupt gesorgt.

Allgemein kann ich sagen, dass sich viele Produkte, auch großer Marken, immer weniger unterscheiden.

 

Wie wichtig ist es, beim Porzellankauf auf die Marke und ihr Image zu achten?

Mir persönlich ist es völlig unwichtig. Marke allein ist kein Qualitätsversprechen. Entscheidend ist der persönliche Geschmack und dass es ein Produkt ist, der dem persönlichen Geschmack passt.

 

Was meinen Sie, welches Porzellan in der Welt hat die beste Qualität: deutsches, englisches, französisches oder chinesisches?

Bedeutet Qualität, dass ich Porzellan für immer schön finden werde? Oder bedeutet die Qualität, dass der Teller auch bei rabiater Handhabung nah zu unkaputtbar ist?

Schönstes Porzellan kommt für mich auf jeden Fall aus Deutschland. Neben Hering Berlin ist meine geheime Leidenschaft Manufaktur Nymphenburg.

 

In welchen Ländern ist nach Ihrer Meinung die „Porzellankultur“ am besten entwickelt?

Die Tischkultur der luxuriösen Moderne, für die Hering Berlin steht, findet ihre Anhänger bei Gourmets in aller Welt. Sowie bei Menschen, die der Tradition verbunden sind, aber für die Kultur des Tafelns eine eigene, zeitgenössische Ausdrucksform suchen.

 

Sehr viele Michelin-Restaurants weltweit bevorzugen die Marke Hering Berlin. Es sagt für hohe Qualität und ästhetische Schönheit aus. Können Sie erzählen, wie Sie solche Kunden, wie Michelin-Restaurants gewinnen?

Das ist ganz einfach. Man braucht nur ein schönes Produkt.

Warum haben Sie einen Beruf für ihr Leben ausgesucht, welcher mit Porzellan zu tun hat? Was hat Sie dazu bewegt und hatten Sie auch Lust etwas anderes zu machen?

Mit 14 Jahren wusste ich, dass ich unbedingt Töpferin werden wollte. Es war die Begeisterung aus diesem Material etwas Neues zu gestalten. Als ich dann Töpfermeisterin war, wusste ich, dass ich auf gar kein Fall mein Leben an der Töpferscheibe verbringen wollte. Während meines Designstudiums habe ich Stefanie Hering kennen gelernt. Ihren gestalterischen Umgang mit dem Material Porzellan fand ich immer bemerkenswert, dass ich große Lust hatte zusammen mit ihr eine Marke auf Weltniveau zu bauen.
Dieses Unternehmen ist so spannend, dass ich noch keine Zeit hatte mir darüber Gedanken zu machen, ob ich Lust hätte noch etwas anderes zu tun.

 

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit und wo machen Sie am liebsten Urlaub?

Ich liebe es ins Theater zu gehen, ich stricke die kompliziertesten lettischen Muster bei Handschuhen. Urlaub verbringe ich gerne in der Natur, ob in Serengeti oder in Brandenburg.

 

In der Regel produzieren Unternehmen zusätzlich zum Geschirr auch die Porzellanfiguren. Von besonderem Interesse sind die limited Editions von Figuren. Wer entwirft das Design solcher Figuren für Hering Berlin?

Limitierten Figurinen hat die Künstlerin Pamela Mei Yee Leung, geboren in Hong Kong, für Hering Berlin entwickelt. Ich freue mich schon darauf die limited Edition mit neuen Künstlern weiter zu entwickeln- alles zu seiner Zeit.

 

Zurück zum Thema Porzellanfiguren- limitierte Serien von welchen Firmen, außer Ihrer, halten Sie für erfolgreich und warum?

Ich kann hier nur für mich sprechen. Meine Favoriten sind Comedia Couture Edition von Nymphenburg. Marketing technisch ist es ein kluger Schritt die bestehende Figurinen von modernen Designer neu interpretieren zu lassen. Einige Modedesigner setzen die Mittel der Porzellanmalerei neu ein.

 

Außer Porzellan, in welchem Bereich schätzen Sie sich als Kenner ein? Vielleicht teure Weine, Parfum oder etwas anderes?

Gutes Essen. Gutes Gebrauchsporzellan ist immer gut nur mit dem guten Essen. Damit können Sie mich immer noch nach einem langen Arbeitstag begeistern. Ich mag auch handgefertigte Silberbestecke.

 

Was würden Sie den Kunden und Freunden von BREGNER Luxury & Lifestyle wünschen?

Ich wünsche, das Bregner mit seinen Lieferanten die besten Beziehungen hat. Damit er seine Kunden am schnellsten beliefert.