Guten Tag Frau Hering. Wir freuen uns, dass Sie die Zeit für uns gefunden haben. Und natürlich interessieren sich unsere Kunden in erster Linie für die Geschichte der Marke Hering Berlin. Bitte erzählen Sie, wie es war.

Anfang der 1990er Jahre gründete ich mit Wiebke Lehmann ein Atelier in Berlin-Prenzlauer Berg: Berlins jüngste Porzellanmanufaktur. 1999 etablierten wir die Marke „Hering Berlin“.

Vor genau 25 Jahren begann die Erfolgsgeschichte von Hering Berlin. Von Beginn an trat Hering Berlin in Konkurrenz zu den traditionsreichen Porzellanmanufakturen. Ausgestattet mit exzellentem handwerklichen Können und einer extrem anspruchsvollen Vision, reagiert Hering Berlin seither seismografisch auf die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts.

Der große Unterschied: Hering Berlin produziert „nicht für die Vitrine“, sondern Produkte, die ihren Besitzer „durch den Tag begleiten“. Das Tafelgeschirr ist stabil und spülmaschinentauglich, also geeignet für unkomplizierten Einsatz in Haushalt und Gastronomie – mit ein Grund dafür, dass Hering Berlin heute weltweit erfolgreich und in mehr als 20 Ländern vertreten ist.

 

Warum haben Sie den Namen Hering Berlin für Ihre Marke ausgesucht?

Als Gründerin und Designerin steht mein persönlicher Name für diese Marke. Berlin im Namen zu führen ist mir sehr wichtig, denn den Schritt in die Wahlheimat Berlin habe ich niemals bereut. In den ersten Jahren haben wir unser Porzellan ausschließlich in Berlin produziert. Für jeden bedeutete es „handmade in Berlin“. Heute produzieren wir unser Porzellan bei unserem Partner, Porzellanmanufaktur Reichenbach, aber Hering Berlin ist nach wie vor 100% made in Germany.

 

Wodurch unterscheidet sich Ihre Marke von den anderen?

Hering Berlin setzt seit 1992 auf die Schönheit vom puren Porzellan. Deswegen basiert unsere Kollektion auf Biskuitporzellan, welches vollkommen unempfindlich gegen färbende Speisen oder Messerabrieb ist und liebt die Spülmaschine. Aber wesentlicher Unterschied besteht darin, dass Hering Berlin eine sehr große Formenvielfalt und dadurch keine „geschlossenen Service“ anbietet. Bei unserer Marke liegt die Betonung auf Individualismus, weil viele Dekore individuell kombinierbar sind. Es ist ganz selten, dass man die gleiche Kombination zweimal verkauft. Hering Berlin ergänzt auch mit ausgefallenen Einzelstücken bestehende Service auf Grund der guten Kombinierbarkeit auch mit anderem Manufakturgeschirr. Im 21. Jahrhundert hat sich unser Essverhalten verändert; es gibt z.B. heute Pasta, morgen ein Wokgericht, übermorgen einen urdeutschen Eintopf… Hering Berlin gibt darauf eine Antwort mit flexiblen Geschirrteilen, die zu verschiedenen kulturellen Bedürfnissen passen und individuell einsetzbar sind.

 

In welchen Ländern ist Ihre Marke am meisten beliebt?

Heimatmarkt ist stark und wächst. Allgemein sind wir in Deutsch sprachigen Ländern sehr beliebt. Außerdem sind wir stolz darauf viele Fans in Russland, Ukraine, Taiwan, USA und London zu haben. 

 

Wie verläuft die Entwicklung vom neuen Design und wie viel Zeit brauchen Sie für eine neue Kollektion?

Im Geschirr arbeiten wir an einer Kollektion, die immer größer wird und an die Bedürfnisse der Kunden angepasst wird. Glasuren, Dekore, Oberflächen und Formen können unter einander gemischt werden. Aktuell ist eine neue Kronleuchter Kollektion geplant, die ersten Teile sind auf der nächsten Maison & Objet in Paris zu sehen. Lichtkollektionen sind technisch sehr komplex. Von der ersten Idee bis zur Entstehung können sogar drei Jahre vergehen.

 

Außer Weiterentwicklung der Marke Hering Berlin und Liebe zum Porzellan welche Interessen und Hobbys haben Sie?

Ich liebe es zu kochen, ich backe gerne und gehe gerne auf die Messen für moderne Kunst.

 

Wer unterstützt Sie am stärksten bei der Weiterentwicklung von Hering Berlin und auf wessen Meinung hören Sie auch noch?

Ich habe für eine wachsende Marke ein wachsendes Team aus Mitarbeiter und Beratern. Und deren Meinung schätze ich sehr.

 

Was inspiriert Sie neue Kollektionen zu entwerfen?

Schlechte Produkte auf dem Markt inspirieren mich so sehr.

 

Planen Sie in der nächsten Zeit die Kollektion von Hering Berlin zu erweitern? Wenn ja, welche und warum?

Ab 2018 wird Hering Berlin auf dem Frankfurter Flughafen erhältlich sein. Deswegen ist unser aktueller Schwerpunkt- Geschenkartikel.

 

Gab es bei Ihnen Kollektionen, die Sie entworfen haben aber nicht realisiert haben? Wenn ja, warum?

Als Designer hat man mehr Ideen, als man zu Lebzeiten überhaupt verwirklichen kann. Manche Ideen kann man realisieren, wenn man Vertrieb dafür hat. Andere Produkte sind für bestimmte Zielgruppen, deswegen muss man die Ideen priorisieren und für sich selbst entscheiden welche Kunden man erreichen will.

 

Was würden Sie den Kunden und Freunden von BREGNER Luxury & Lifestyle wünschen?

Ich wünsche, dass Bregner immer die richtige Auswahl für ihren Geschmack trifft.